6 WEITVERBREITETE INFLUENCER MARKETING MYTHEN AUFGEDECKT

Obwohl der Einfluss von Influencer Marketing wächst, bleibt die neue Marketingdisziplin sagenumwoben. Es heißt, wer auf den Trend aufspringe, setze den Ruf seines Unternehmens aufs Spiel, schließlich überlasse man sämtliche Kontrolle über Marketinginhalte Amateuren – und das sogar ohne Ergebnisse messen zu können. Falls Sie zustimmend nicken, sind wohl auch Sie auf einige der vielen Märchen rund um Influencer Marketing hereingefallen. In diesem Post decken wir die sechs hartnäckigsten Influencer Marketing Mythen auf, damit sie in Zukunft endgültig unter „Es war einmal“ gelistet werden können.

INFLUENCER MARKETING MYTHOS #1: WENN SICH KLASSISCHE MARKETINGTECHNIKEN AUSZAHLEN, IST INFLUENCER MARKETING ÜBERFLÜSSIG

Wenn Sie bereits einige Zeit im Marketing arbeiten, wissen Sie welche Techniken für Ihr Unternehmen die größten Erfolge bringen. Solange sich diese altbewährten Strategien auszahlen, gibt es keinen Grund, auf den überbewerteten Influencer Marketing Trend aufzuspringen, richtig? Nicht ganz.

Auch wenn Ihre jetzige Marketingstrategie Erfolge zeigt, lohnt es sich, Influencer Marketing in Ihren Marketingmix zu integrieren. Natürlich können Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen auch ohne Zusammenarbeit mit Influencern auf Ihren unternehmenseigenen Social Media Kanälen bewerben. Wenn Kim Kardashian allerdings ihre neuen Calvins auf Instagram zeigt, sind sie in kürzester Zeit ausverkauft, während dieselbe Unterwäsche auf dem offiziellen Calvin Klein Instagram Account nicht ansatzweise so viel Hype auslöst. Nicht ohne Grund bestätigt über die Hälfte amerikanischer Marketingexperten, dass Inhalte von Influencern weit besser als unternehmenseigene Inhalte in sozialen Netzwerken performen.

bathroom selfie on set @calvinklein #MyCalvins

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INFLUENCER MARKETING MYTHOS #2: DIE ZUSAMMENARBEIT MIT AMATEUREN IST UNPROFESSIONELL

Influencer Marketing geht immer mit einem Kontrollverlust einher. Letztlich treten Sie die Macht über Ihre Werbeinhalte an eine Person ab, die im Gegensatz zu Ihnen kein Medienexperte ist. Es stimmt: Von Celebrity Influencern abgesehen, sind Influencer keine Advertising Natives. Dass es sich nicht lohnt, das eigene Marketingbudget für häufig als „Amateure“ bezeichnete Influencer auszugeben, ist allerdings nur ein weiterer Mythos, den es aus der Welt zu schaffen gilt.
Der springende Punkt ist, dass Influencer Fähigkeiten besitzen, die Ihnen fehlen, obwohl – oder gerade weil – sie keine Marketing Professionals sind. Im Gegensatz zu Marken überzeugen Influencer nicht mit Produkten oder Dienstleistungen, sondern mit Inhalten. Aus Erfahrung wissen sie dabei genau, welche Inhalte für ihre Zielgruppe interessant sind. Dass sich Unternehmen dieses Wissens bedienen, ist nur logisch. Aus diesem Grund arbeitet die Supermarktkette EDEKA beispielsweise mit den Foodbloggern von Our Food Stories zusammen.

INFLUENCER MARKETING MYTHOS #3: FAKES SIND UNVERMEIDBAR

Neben der Familie, Freunden und Onlinereviews zählen Influencer zu den glaubwürdigsten Quellen bei Produktempfehlungen. Als digitale Version der Word-of-Mouth-Kommunikation basiert der Erfolg von Influencer Marketing dabei hauptsächlich auf Authentizität. In Anbetracht des boomenden Schwarzmarktes für Fake Follower sehen viele diese Authentizität gefährdet, schließlich besteht der Irrglaube, gekaufte Follower und bezahlte Interaktionen könnten nicht ausfindig gemacht werden. Dieser Mythos kann aber leicht widerlegt werden – Marketingexperten müssen nur ihre Hausaufgaben machen.

Obwohl Instagram zunehmend von Betrügern heimgesucht wird, ist dies kein Grund, auf die Vorteile von Influencer Marketing zu verzichten. Influencer Marketing Plattformen können leicht aufzeigen, wo künstlich an Follower- oder Interaktionszahlen geschraubt wurde. Mithilfe von Metriken wie Follower Quality, Follower Growth oder Like-Follower-Ratio veranschaulichen solche Plattformen, ob die Follower eines Influencers natürlich oder gekauft, inaktiv oder engagiert sind.

INFLUENCER MARKETING MYTHOS #4: JE MEHR REICHWEITE, DESTO BESSER

Fast die Hälfte aller Marketingexperten in den USA hat Schwierigkeiten, die richtigen Influencer für Kooperationen zu finden. Zwar entscheiden sich die meisten Unternehmen auf Basis der Reichweite für die Arbeit mit bestimmten Influencern. Dass die Reichweite das relevanteste Kriterium bei der Wahl von Influencern ist, ist allerdings ein weiterer Mythos.
Nehmen wir Chiara Ferragni als Beispiel: Mit fast 12 Millionen Followern auf Instagram hat die Influencerin eine enorme Reichweite. Wenn Ihr Unternehmen allerdings hauptsächlich auf dem deutschen Markt tätig ist, zählen ihre vorranging italienischen Follower wahrscheinlich nicht zu Ihrer Zielgruppe. Darüber hinaus zieht Chiara Ferragni als Key Opinion Leader der Fashionbranche in erster Linie Modeinteressierte an. Wäre ihr Publikum wohl an gesponserten Inhalten eines Katzenfutterherstellers interessiert? Sie sehen: Im Influencer Marketing geht es nicht um Reichweite um jeden Preis. Vielmehr geht es darum, das individuelle Perfect Match auf Basis vieler Kriterien wie Standort, Geschlecht, Alter oder Branche zu finden.

Raviolito #ItalianDays

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INFLUENCER MARKETING MYTHOS #5: INFLUENCER MARKETING IST NICHTS FÜR B2B-UNTERNEHMEN

Consumer Brands waren zwar die Vorreiter im Influencer Marketing, der Ansatz kann aber für die Bewerbung eines jeden Produkts und einer jeden Dienstleistung förderlich sein. Dass Influencer Marketing nur B2C-Unternehmen nützt, ist demnach nur ein weiterer Influencer Marketing Mythos. B2B-Unternehmen müssen lediglich einen anderen Weg einschlagen

Influencer, die mit B2C-Unternehmen zusammenarbeiten, überzeugen in erster Linie durch Authentizität, Sympathie und Nahbarkeit. Im Gegensatz dazu profitieren B2B-Unternehmen hauptsächlich von Influencern, die als Experten auftreten und so durch Wissen und Erfahrung Eindruck machen. Key Opinion Leader sind hier der Weg zum Erfolg. So arbeitet Adobe Photoshop beispielsweise mit professionellen Fotografen zusammen, um anhand ihrer Fotos die Möglichkeiten des Bildbearbeitungsprogramms zu veranschaulichen. Wie im B2C-Bereich gilt Influencer Marketing hier als glaubwürdiger als klassische Werbung. Und weil B2B-Unternehmen häufig Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die schwer zu visualisieren sind, können Influencer dabei behilflich sein, das Unternehmensportfolio zum Leben zu erwecken.
https://www.instagram.com/p/BXTEgYyBrQl/?taken-by-photoshop
Letztlich sind wir alle Medienkonsumenten. Stolpern wir nach Feierabend über ein Produkt oder eine Dienstleistung, die unser Arbeitsleben erleichtern würde, machen wir uns dieser Information genauso zunutze wie bei jedem Produkt oder Service für unser Privatleben auch.

INFLUENCER MARKETING MYTHOS #6: DIE EFFEKTIVITÄT VON INFLUENCER MARKETING IST NICHT MESSBAR

Die Messbarkeit von Influencer Marketing stellt Marketingexperten laut Umfragen vor die größte Herausforderung. So wünschen sich rund 80 Prozent amerikanischer Marketingexperten eine Verbesserung der Möglichkeiten, die Effektivität von Influencer Marketing zu messen. Dieser Wunsch ist allerdings nur aus einem weiteren Influencer Marketing Mythos erwachsen: In Wahrheit ist Influencer Marketing bereits leicht messbar – solange Sie wissen, was Sie messen möchten.
In der hochmessbaren Wert digitaler Medien versagen Marketingexperten häufig schon bei der Definition von Influencer Marketing KPIs. Der erste Schritt ist entsprechend das Festlegen von Metriken, die auf klar formulierten Zielen Ihrer Influencer Marketing Aktivitäten basieren, z.B. Reichweite, Interaktionsraten, Traffic oder Conversions. Diese Metriken können dann mithilfe von Influencer Marketing Plattformen verfolgt und ihre Kampagnen an die Ergebnisse angepasst werden.

FAZIT
Obwohl der Einfluss von Influencer Marketing wächst, halten sich diesbezügliche falsche Annahmen hartnäckig. Es wird Zeit, alle Influencer Marketing Mythen aus der Welt zu schaffen, sodass Unternehmen Expertise ausbilden und Influencer Marketing ohne unbegründete Bedenken anwenden können.

Mona Hellenkemper

Mona Hellenkemper

ÜBER DIE AUTORIN

Mona Hellenkemper ist Director of Content bei InfluencerDB und schreibt unter anderem für den InfluencerDB Blog, auf dem regelmäßig Beiträge rund um das Thema Influencer Marketing veröffentlicht werden. InfluencerDB ist eine datengetriebene Plattform für Influencer Marketing und Relations, die Unternehmen bei Influencer Analyse, Influencer Relations und dem Kampagnenmanagement unterstützt.